Die Start-up Szene Deutschland ist längst nicht mehr nur ein Männerdomäne. Immer mehr Frauen gründen eigene Unternehmen und erobern den deutschen Start-up Markt. Aber es sind nicht nur die Gründerinnen die immer stärker in der deutschen Start-up Landschaft vertreten sind: Auch im Bereich der Investoren sind Frauen immer öfter anzutreffen. Wie diese Frauen den deutschen Start-up Markt erobern und wie wir Gründerinnen stärken können, erfahrt ihr jetzt.

Start-up Szene Deutschland 

Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums sind Start-ups in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neugründungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und auch die finanzielle Unterstützung für Start-ups nimmt zu. Allerdings gibt es immer noch einen großen Geschlechtergap bei den Gründer:innen: Während Frauen in anderen Ländern bereits zahlreich in Start-up-Szene vertreten sind, sind sie in Deutschland noch immer unterrepräsentiert. Dies ist besonders bedauerlich, da Frauen durch ihre unternehmerischen Talente und Fähigkeiten genauso viel Potenzial haben, erfolgreiche Start-ups zu gründen und durch oft ganz andere Produktideen und Nischen den deutschen Start-up-Markt maßgeblich beeinflussen könnten. Ihr kennt doch sicherlich Inne oder Ooia? Zwei Start-ups die Marktlücken rund um den weiblichen Zyklus gefunden haben. So haben Kristine und Kati nachhaltige und funktionsfähige Menstruationsunterwäsche entwickelt, die Frauen mehr sicherheit während der Periode geben kann, weil man sich damit – zum Beispiel beim Sport – keine Gedanken um Auslaufen und Blutflecken machen muss. Bei Inne beschäftigen sich die Gründerinnen und ihr Team mit Fruchtbarkeit und Verhütung und haben ein handliches, schlichtes Minilab entwickelt, mit dem Frauen ihren Progesteron-Wert und somit die Phase ihres Zyklus bestimmen können. (Inne habe ich übrigens im Rahmen meines Artikels “Trainieren im Hormon-Chaos“ auf Windeln & Workouts getestet, falls ihr mehr Infos haben wollt. Dort gibt es auch einen 10% Rabatt Code.)

Es gibt verschiedene Gründe, warum weniger Frauen als Männer in Deutschland Start-ups gründen. Einer der Hauptgründe ist sicherlich, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer noch stark benachteiligt werden wenn es um den Beruf geht und es ihnen oft auch deshalb schwer fällt, sich in männlich dominierten Branchen zu behaupten. Außerdem fehlt es vielen Frauen an Selbstsicherheit und Mut, ihre Ideen umzusetzen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die fehlende Vorbildfunktion spielt eine Rolle: Wenn man nicht weiß, dass andere Frauen es geschafft haben, ein erfolgreiches Start-up zu gründen, fällt es schwer, selbst den Schritt zur Gründung zu wagen. Doch es gibt auch viele positive Beispiele von erfolgreichen deutschen Frauen, die es geschafft haben, Start-up zu gründen und so den deutschen Start-up-Markt maßgeblich zu beeinflussen. Eine dieser Frauen ist zum Beispiel auch Alina Schulte Im Hoff. Sie hat “zwar nur” zusammen mit ihrem Mann gegründet – dafür aber gleich eine Reihe von Firmen. Unter anderem Rocka Nutrition, wo Alina mit ihren Ideen und Produktentwicklungen den Markt für Fitness-Supplements in Bezug auf Frauen ganz wesentlich verändert hat. 

Das sind nur wenige von vielen Beispielen von erfolgreichen deutschen Frauen, die es geschafft haben, erfolgreiche Start-ups zu gründen. Wenn mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und ihre Ideen umsetzen, kann der deutsche Start-up-Markt nur profitieren! Und gern mache ich mit eurer Liste hier mal eine Mama-Owned Businesses Liste wie ich sie aus Amerika kenne, damit wir diese unterstützen können. Nennt gern Unternehmen in den Kommentaren!

Wo sind unsere Gründerinnen?

Mehr und mehr Frauen tauchen in der Start-up Szene auf.
Mehr und mehr Frauen tauchen in der Start-up Szene auf.

Wie gesagt war die deutsche Start-up Szene vor einigen Jahren noch eine (fast) reine Männersache. Doch inzwischen haben sich, wie wir oben gesehen haben, auch immer mehr Frauen in diesem Bereich etabliert und sind erfolgreich mit ihren eigenen Unternehmen. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom sind inzwischen 28 Prozent aller Start-ups in Deutschland von Frauen gegründet. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als noch 22 Prozent der Start-ups von Frauen geleitet wurden. Doch trotz dieser beeindruckenden Zuwachsraten sind Frauen immer noch unterrepräsentiert, wenn es um die Führungspositionen in Start-ups geht. Laut derselben Studie des Bitkom sind nur 15 Prozent aller Start-up Gründerinnen Geschäftsführerinnen oder Inhaberinnen. Dies bedeutet, dass nur jede sechste Gründerin eine Führungsposition innehat. Auch bei den Investoren ist die Situation ähnlich: Laut einer Studie des European Venture Capital and Private Equity Association (EVCA) sind nur rund 10 Prozent aller VC-Geldgeber weiblich. Diese Zahlen zeigen, dass die Start-up Szene in Deutschland noch immer sehr männerdominiert ist. Das war tatsächlich auch meine persönliche Erfahrung in den rund 10 Jahren, die ich im Rahmen des Business Plan Wettbewerbs der NUK – Neues Unternehmertum e.V. Businesspläne bewertet und Gründer:innen begleitet habe.

Es gibt auch weitere positive Signale: So hat sich in den vergangenen Jahren eine immer größere Anzahl an Netzwerken, Organisationen und Initiativen für Gründerinnen gebildet. So wie unser Mama mit Karriere Netzwerk. Auch die Politik hat erkannt, dass mehr frauenfördernde Maßnahmen notwendig sind und hat entsprechende Programme ins Leben gerufen. Mit diesem Engagement kann die Situation von Gründerinnen in Deutschland langfristig verbessert werden – und vielleicht wird die Start-up Szene irgendwann tatsächlich zu einem Teamsport, in dem Frauen genauso erfolgreich sein können wie Männer.

Frauen sind mit Start-ups besonders erfolgreich

Tatsächlich sind Frauen mit Start-ups statistisch oft besonders erfolgreich: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young waren Start-ups mit weiblicher Gründerin im Durchschnitt 26 Prozent erfolgreicher als solche mit männlichem Gründer. Eine mögliche Erklärung für den Erfolg von Frauen mit Start-ups ist, dass sie andere Prioritäten setzen als Männer. So sind laut der Studie 62 Prozent der weiblichen Gründerinnen der Meinung, dass Innovation wichtiger ist als Umsatzwachstum, während nur 48 Prozent der männlichen Gründer dieser Ansicht sind. Auch bei der Frage nach dem wichtigsten Erfolgsfaktor für ein Start-up gab es einen Unterschied: Während 38 Prozent der männlichen Befragten Teamarbeit nannten, waren es bei den Frauen 50 Prozent. Frauen werden außerdem häufiger Talente wie Organisation und Kreativität zugeordnet. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob das statistisch haltbar wäre – Männer können das vermutlich genauso gut, trainieren es aber in einer patriarchalen Gesellschaft weniger. Alles in allem zeigt die Statistik also, dass Frauen in der Start-up Szene eine wichtige Rolle spielen können und sollten, sowie dass sie oftmals andere Prioritäten setzen als ihre männlichen Kollegen. 

Tipps für mehr weibliche Gründerinnen

Frauen müssen Frauen fördern!
Frauen müssen Frauen fördern!

Wenn es eine Sache gibt, die ich an der deutschen Start-up-Szene liebe, dann ist es ihre Vielfalt. Die Szene ist bunt und voller Energie – auch wenn Deutschland nicht unbedingt ein europäisches Silicon Valley ist, so wird doch viel gegründet. Und wie wir in den Statistiken erkennen können, sind Frauen ja auf dem Vormarsch… Aber wir können mehr tun! Wir müssen Frauen ermutigen, ihre Ideen umzusetzen und unternehmerisch tätig zu werden. 

Wie können wir Frauen also helfen, ihren Weg in die Gründung zu finden?

1. Stärken stärken – Frauen schauen oft auf ihre Schwächen, lasst uns gegenseitig unsere Stärken hervorheben, erkennen und benennen! 

2. Netzwerke bilden – Frauen haben viele starke Netzwerke, aber selten reichen sie ins Berufsleben. Lasst uns ein gemeinsames Netzwerk sein – das ist unser Ziel bei Mama mit Karriere

3. Finanzierungsmöglichkeiten erweitern – Männer fördern gerne Männer, Frauen sollten also Frauen fördern. Wenn Du nicht gründen aber investieren willst, halte Ausschau nach spannenden Ideen von Frauen! 

4. Für die nächste Generation vorbilden – Lasst uns daran arbeiten, dass unsere Kinder nicht mehr mit so vielen Stereotypen überladen werden, damit sie ihren Weg finden können ohne in Frage zu stellen “ob dass denn was für ein Mädchen sei”!

Wir brauchen mehr Gründerinnen!

Frauen sind auf dem Vormarsch in der deutschen Start-up Szene. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, da Frauen bisher unterrepräsentiert waren in der Gründerlandschaft. Durch ihr Engagement und ihre Kreativität können sie den Start-up Markt bereichern und voranbringen. Wichtig ist jedoch, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt und dass immer mehr Frauen den Mut haben, sich als Gründerin zu positionieren. Nur so können wir die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gründerszene erreichen.

Kurzum: Lasst uns weibliche Gründerinnen feiern und ermutigen! Wir können die Welt verändern – glaube ich jedenfalls.

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3 Comments

  1. Wenn ich „Die Höhle der Löwen“ einschalte, sehe ich viele weibliche Gründerinnen! Mal allein, mal im Team, mal mit Männern zusammen! Aber es gibt sie und die Produkte, die dort gezeigt werden, sprechen mich auch meistens an! Hoffentlich wird der Start-up-Markt in Zukunft noch weiter vom weiblichen Geschlecht erobert! Da draußen gibt es bestimmt noch so viele tolle Ideen, die nur erdacht werden müssen! PS: Die Unterwäsche habe ich schon oft gesehen, aber noch nicht ausprobiert!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. Die Quote ist schon besser geworden, dennoch denke ich – das es Frauen auch in der heutigen Zeit noch ziemlich schwer haben. LG Romy

  3. Das kann ich so nur unterschreiben, ich wünsche mir eine Welt, in der Frauen auf dem Arbeitsmarkt genau dieselben Chancen haben, wie Männer! In der es viele tolle Start-ups mit noch nicht gedachten Ideen gibt und in denen Frauen glänzen können! Gute Beispiele dafür sieht man ja hier und da schon und ich hoffe, es werden noch viel mehr!

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