Die Gläserne Decke: Warum die Karriere von Frauen ins Stocken gerät und wie man sie durchbrechen kann

Frauen sind heutzutage bereits in vielen Bereichen erfolgreich. Sie haben hart gearbeitet und sich den Weg an die Spitze gebahnt. Oftmals hört man, die Gleichberechtigung sei erreicht – insbesondere könnten Frauen ja nun auch alles werden, was sie wollen. Arzt, Erzieherin, Müllfrau, Physiker, Offizierin. Doch oft stoßen sie dann auf eine unsichtbare Grenze, die ihnen den Weg zum wirklichen Erfolg versperrt – die sogenannte gläserne Decke. Diese Grenze ist nicht leicht zu durchbrechen, doch es gibt Frauen, die es geschafft haben und andere, die gerade dabei sind, sie zu knacken. Wie haben sie es geschafft? Durch Disziplin? Durch Hartnäckigkeit? Durch Kreativität? In diesem Blogartikel teile ich meine Gedanken zum Thema und gebe Tipps, wie auch du die gläserne Decke durchbrechen kannst.

Die Ursachen der gläsernen Decke 

Die Gläserne Decke ist ein Begriff, der oft verwendet wird, um die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt zu beschreiben – und die Tatsache dass sie eine bestimmte Hierarchieebene nicht oder nur schwierig erreichen. Die Gläserne Decke bezieht sich auf die unsichtbaren Barrieren, die Frauen daran hindern, in Führungspositionen aufzusteigen. Diese Barrieren können durch diskriminierende Praxis entstehen, bei der Frauen gegenüber Männern benachteiligt werden.

Die Gläserne Decke kann auch durch Unternehmenskulturen entstehen, die Frauen diskriminieren oder ihnen den Zugang zu bestimmten Positionen verwehren. In vielen Fällen ist es schwierig für Frauen, die Gläserne Decke zu durchbrechen. Dies liegt daran, dass sie oft mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert werden.

Eine der Hauptursachen für die berüchtigte gläserne Decke, die den Aufstieg von Frauen in Organisationen behindert, ist das Fehlen eines Netzwerks. Während Männer in Führungspositionen oft ein weitverzweigtes Netzwerk von Kollegen und Freunden haben, das ihnen bei der Beförderung hilft, sind Frauen oft isoliert. Dies liegt teilweise daran, dass Frauen immer noch die Hauptverantwortung für die Familie und den Haushalt tragen und daher weniger Zeit und Energie haben, soziale Kontakte rund um den Beruf zu pflegen. Es liegt auch daran, dass viele Unternehmen nach wie vor von Männern dominiert werden und Frauen häufig das Gefühl haben, nicht richtig dazuzugehören. Ohne ein Netzwerk ist es schwierig, Informationen über neue Jobangebote oder Beförderungsmöglichkeiten zu erhalten. Daher ist es wichtig, dass Frauen in Führungspositionen sich bemühen, ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Dies kann online oder offline geschehen. Zum Beispiel können Frauenförderungsgruppen eingerichtet werden, in denen sich Frauen treffen und austauschen können. Auch Mentorenprogramme können helfen, da sie Frauen die Möglichkeit geben, sich mit erfahreneren Kolleginnen zu verbinden und von ihnen zu lernen.

Zu den weiteren, häufig genannten Gründen gehören fehlende Vorbilder, ungleiche Bezahlung, mangelnde Anerkennung oder auch eine fehlende Work-Life-Balance. Die gute Nachricht ist: Es gibt Möglichkeiten, diese Barrieren zu überwinden! Durch Mentoringprogramme kann man sich von erfahreneren Kolleginnen unterstützen lassen, durch Netzwerke kann man neue Kontakte knüpfen und durch Weiterbildungen sein Wissen erweitern. Auch die Politik hat in den letzten Jahren verstärkt auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen reagiert – mit Erfolg! Inzwischen sind Frauen in Deutschland so gut ausgebildet wie nie zuvor und immer mehr von ihnen finden den Weg an die Spitze.

2. Wie können Frauen die gläserne Decke durchbrechen? 

“Tue gutes und rede darüber!”

Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim

Bereits erfolgreiche Frauen können die gläserne Decke durchbrechen, indem sie:

  • ihr Netzwerk erweitern
  • sich mit anderen erfolgreichen Frauen vernetzen
  • Mentoren suchen und sich beraten lassen
  • sich weiterbilden und neue Fähigkeiten erlernen
  • an Konferenzen und Veranstaltungen teilnehmen, um neue Kontakte zu knüpfen
  • für Aufgaben und Verantwortungen vorschlagen oder sich dafür bewerben
  • ihre Erfolge veröffentlichen und präsentieren

Und wie ihr seht, widerstrebt einiges davon Klassischerweise uns Frauen. 

Genau deshalb habe ich die Mama mit Karriere Gruppe gegründet, in der sich Mamas und Frauen austauschen können. In einem sicheren Raum, untereinander. Denn häufig, wenn Frauen das tun was für Männer als “stark, durchsetzungsfähig, schlau” bezeichnet wird, gelten sie als “zickig, widerwillig, altklug”. Es braucht deshalb immer weitere Frauen die einem den Rücken stärken (Netzwerk!) und geteilte Erfahrungen. 

Die Rolle der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft

Frauen sind in der patriarchalischen Gesellschaft seit jeher unterdrückt worden. In den meisten Kulturen wird die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau angestrebt. Diese Rollen sind jedoch nicht auf die Frauen beschränkt, sondern können auch von Männern übernommen werden. In einer Patriarchalischen Gesellschaft ist es jedoch üblich, dass die Frauen die Hauptlast der Hausarbeit und der Pflege der Kinder tragen. Darüber hinaus werden Frauen oft benachteiligt, wenn es um Bildung und Karrieremöglichkeiten geht. Dies führt dazu, dass viele Frauen in patriarchalischen Gesellschaften ein unterdrücktes Leben führen.

Frauen befinden sich in einem ständigen Kampf, um die Anerkennung von ihren männlichen Kollegen zu erlangen und gleichzeitig weiterhin dem Anspruch der perfekten Hausfrau und Mutter gerecht zu werden. Viele Frauen kämpfen jeden Tag aufs Neue mit diesem Spagat und dabei bleibt oft keine Zeit für die eigene Karriere. In einer Gesellschaft, in der immer noch die Meinung vorherrscht, dass die Frau zu Hause bleiben sollte, ist es schwer für Frauen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Vor allem in Führungspositionen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Dies liegt nicht nur an den fehlenden Qualifikationen der Frauen, sondern auch an den Vorurteilen und dem Machismo der Gesellschaft.

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass die Zahl der erwerbstätigen Frauen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass die berufliche Laufbahn von Frauen immer noch häufiger von Unterbrechungen und Teilzeitbeschäftigung geprägt ist als die von Männern. Dies liegt vor allem daran, dass Frauen nach wie vor häufiger für die Pflege von Angehörigen oder Kindern zuständig sind. Auch wenn sich in den letzten Jahren bereits einiges getan hat, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen zu verbessern, bleibt es doch eine Herausforderung.

Die Zukunft der Arbeitswelt für Frauen

Flexibles Arbeiten von überall - ein Schlag gegen die Gläserne Decke?
Flexibles Arbeiten von überall?

Frauen in Führungspositionen sind immer noch eine Seltenheit. In Deutschland macht Frauen nur jeder fünfte Führungskraft aus. In anderen Ländern ist die Quote noch geringer. Diese Zahlen zeigen, dass die berufliche Gleichstellung von Frauen immer noch ein lange offenes Problem ist. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Ein wesentlicher Grund ist sicherlich, dass die meisten Unternehmen nach wie vor eine klassische Arbeitswelt mit starren Arbeitszeiten und Orten vorziehen. Dies erschwert es Frauen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Hinzu kommt, dass Frauen in der Regel nicht so gut vernetzt sind wie Männer und daher oft weniger von Förderprogrammen und Mentoren profitieren. Doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es sich lohnt, auf die Bedürfnisse von Frauen Rücksicht zu nehmen und ihnen den Weg an die Spitze zu ebnen. Denn frauenfördernde Maßnahmen führen nicht nur zu mehr Chancengleichheit, sondern können auch den Erfolg eines Unternehmens steigern. Eine flexible Arbeitswelt ist für viele Frauen ein wesentlicher Schlüssel, um Familie und Beruf erfolgreich vereinbaren zu können. Denn flexible Arbeitsmodelle ermöglichen es ihnen, ihre Arbeit an die jeweiligen Lebensphasen anzupassen. So können Mütter beispielsweise in den ersten Jahren nach der Geburt ihres Kindes teilzeitbeschäftigt sein und später wieder in Vollzeit arbeiten, wenn die Kinder größer sind. Durch den Einsatz neuer Technologien wird es immer einfacher, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten. So können Frauen beispielsweise auch nach der Geburt eines Kindes weiterhin beruflich aktiv sein, ohne dabei auf Karrierechancen oder den sozialen Kontakt zur Arbeitswelt verzichten zu müssen Auch immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile flexibler Arbeitsmodelle für ihr Geschäft. Durch die Möglichkeit, Talente unabhängig vom Geschlecht oder familiären Status zu fördern, können sie ihr Unternehmen besser auf die Zukunft ausrichten und langfristig erfolgreicher sein.

Lasst uns die gläserne Decke zerschlagen

Es ist an der Zeit, die gläserne Decke zu durchbrechen. Wir müssen uns gegen das Patriarchat zur Wehr setzen und unsere Stimmen erheben. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage… Ich habe wirklich schon an Gleichberechtigung geglaubt weil ich selbst in einem Unternehmen arbeite, das mich und andere Frauen immer stark gefördert hat (Dank an meine Chef:innen an dieser Stelle!). Aber je mehr ich mich aus meiner „Arbeits-Bubble“ hinaus bewege und mit Karrieren von Frauen beschäftige, die ganz andere Werdegänge haben als ich, desto mehr merke ich wie viel noch zu tun ist. Wir müssen uns unserer Fähigkeiten bewusst werden und uns selbstbewusst präsentieren. Wir müssen uns zusammentun und unsere Kräfte bündeln. Frauen müssen Frauen fördern. Kein Zickenkrieg mehr, keine Stutenbissigkeit. Dann können wir die gläserne Decke durchbrechen und unsere Ziele gemeinsam erreichen.

Ich hoffe, dieser Artikel war informativ und aufschlussreich für dich. Die glass ceiling ist ein echtes Problem in unserer Gesellschaft und ich bin froh, dass es immer mehr Frauen gibt, die sich zusammenschließen, um dagegen anzukämpfen. Also, wenn du Interesse an der Bekämpfung der glass ceiling hast, komm in unsere Gruppe. Zusammen sind wir stark!

Du willst sofort mitdiskutieren?

Komm in unsere Gruppe!

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10 Comments

  1. Liebe Katharina,

    ein interessantes Thema und du zeigst auch ganz deutlich, gemeinsam im Netzwerk ist der Weg.
    Wahrscheinlich ist genau das auch eine der großen weiblichen Stärken. Fern ab von Zickenkrieg, gemeinsam mehr Power zu nutzen.

    Liebe Grüße, Katja

    1. Yes! Genau so unterschreibe ich das, und genau deshalb habe ich die Facebook Gruppe gegründet. Komm gern dazu! 🙂

  2. Du hast recht, glaube ich. Ein gutes Netzwerk ist so ziemlich das Wichtigste überhaupt, wenn es um die Karriere geht. Das gilt nicht nur für Frauen, aber eben auch für Frauen. Leider ist das Netzwerk oft wichtiger als die Kompetenz. Das kann man bedauern, aber bedauern hilft nichts. Da hilft eben tatsächlich nur netzwerken.:-) Ich wünsche Dir und Deinen Leserinnen dabei viel Erfolg.
    LG Renate von Trippics

    1. Und weißt Du, Renate, mir geht dieses „Netzwerken“ auch nicht leicht von der Hand. Ich muss mich regelrecht antreiben nicht doch mit meinem Getränk irgendwo am Rand zu stehen und zu beobachten statt neue Leute kennenzulernen. Aber mit jedem Mal wird es leichter. Und so ganz leicht ist es glaub ich auch für fast niemanden.

  3. Huhu,

    ich finde deinen Beitrag wirklich stark und finde es gut, dass du ansprichst das Frauen sich gegenseitig unterstützen. Ich arbeite ja auch in einem richtigen „Frauenberuf“ und diese Zickereien kenne ich nur zu gut.

    Ich finde es auch sehr schade, dass Führungspositionen immer noch hauptsächlich von Männern besetzt werden. Ich hoffe, dass sich diese Situation noch weiter anpassen wird. Schließlich hat es nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit den Fähigkeiten.

    LG
    Steffi

    1. So und nicht anders. Wer die Arbeit vielleicht auf anderem Wege aber doch mit genau so gutem Resultat vollbringt, sollte das gleiche verdienen. Zumal wissenschaftlich belegt ist dass gemischte Teams besser abschneiden als reine Frauen- oder reine Männer-Teams, und das gilt für alle Hierarchieebenen.

  4. Ich finde deinen Beitrag hier wirklich aufschlussreich und toll zusammengefasst. Ich stimme dir vollkommen zu, möchte aber noch etwas hinzufügen: ich denke ein weiteres Problem ist, dass wir Frauen uns selbst oft nicht viel zutrauen oder auch Schwierigkeiten haben uns durchzusetzen. Wir lernen brav, ruhig, adrett, angepasst und feinfühlig zu sein – uns wird (in den meisten Fällen) aber nicht beigebracht, für uns selbst einzustehen. Das müssen viele von uns erst im Erwachsenenalter lernen.
    Ich finde es wirklich toll, dass du hier eine Plattform bzw. einen sicheren Raum gegründet hast, in dem man sich zusammenschließen, Kontakte knüpfen und sich gegenseitig unterstützen und motivieren kann!
    Vielen Dank dafür.

    LG,
    Vici

    1. Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar, Vici! Ja, ich finde es auch sehr wichtig, dass wir alle lernen uns nicht unter Wert zu verkaufen. Dafür braucht es vermutlich Vorbilder und ich denke mit einer sehr diversen Community aus vielen Frauen kann jeder ein Vorbild für bestimmte Situationen finden.

  5. Ich finde, in der heutigen Welt sollte jeder alles werden können! Die Unterteilung in eher männliche und eher weibliche Berufe ist doch veraltet! Ich wäre im Kindergarten auch gern einem Erzieher begegnet oder in der nächsten Autowerkstatt einer Frau! Die will mich vielleicht nicht so übers Ohr hauen, wie ich es mal erlebt hatte! Die ungleiche Bezahlung empfinde ich auch als großes Problem! Warum soll ein Mann mehr als ich verdienen? DIe Lebenshaltungskosten sind doch für alle gleich, Spannender Beitrag, bitte mehr davon!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Liebe Jana,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich auch sehr über unsere männlichen Erzieher in der KiTa und sehe es genau wie Du! Freut mich, dass Du mehr davon lesen willst – denn es ist noch einiges geplant… 🙂

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